Die Schur - eine wertvolle Faser wird gewonnen

Sokrates während der Schur. Ganz brav, eine Seite ist schon frei, auf dem Bild wird fängt die zweite Seite an...
Sokrates während der Schur. Ganz brav, eine Seite ist schon frei, auf dem Bild wird fängt die zweite Seite an...

Selbst scheren...

Da die Herde überschaubar und zutraulich Herde ist, entschloss ich mich schon früh, die Tiere so weit möglich, selbst zu versorgen. Dazu gehört natürlich Klauenpflege und im Besonderen das jährliche Scheren. Die letzten Jahre hatte ich noch nicht die Fähigkeiten. 2019 konnte ich alle unsere Tiere selbst scheren. Die letzten beiden Jahre, habe ich nur einen Teil der gewachsenen Herde selbst geschoren.

... mit der Handschere

Die Handschere zur Schur zu verwenden mag einigen Menschen altertümlich und eigenartig vorkommen. Aus meiner Sicht ist es (zumindest wenn ich selbst Scheren) stressfreier für die Tiere, kostengünstiger und es schützt die Schafe direkt weiter vor Witterung, da die Wolle nicht so kurz abgeschnitten wird, wie mit einer Maschine. 

Dank eines Schurkurses bei Schererin Carolin Bünting habe ich das handling der Schafe bei der Schur erlernt und bin froh, es selbst tun zu können. So bin ich flexibel mit dem Zeitpunkt der Schur und kann Kosten sparen. 

Der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt hängt von der Rasse, den Haltungsbedingungen, der Witterung, dem Futter und verschiedenen anderen Kleinigkeiten ab. Bei den Walachen, die eine grobe Mischwolle tragen, beginnt sich die Wolle im späten Frühjahr oft von selbst zu lösen. Dann "werfen" die Schafe quasi ihre Unterwolle ab. Das bedeutet nicht, dass sie die Wolle komplett selbst verlieren, aber sie löst sich von der Haut, damit Luft unter die warme Unterwolle kommen kann. Das erleichtert die Schur ungemein und sorgt dafür, dass die Wolle gleichmäßig auf der Innenseite ist. 

Meist liegt unser günstigster Schurzeitpunkt im Juni.